Home Urlaub Island Hochzeit in Island, 2008

Hauptmenü

Hochzeit in Island, 2008 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 16. November 2009 um 22:16 Uhr

Island 2008

Vorbereitungen

Nach einigen Überlegen, wie eine nicht unerhebliche Angelegenheit wie eine Hochzeit nun abzulaufen hat, entschieden wir uns tatsächlich, die Geschichte im Ausland durchzuziehen. Nach der Konsultation unserer Eltern, ob das denn in Ordnung sei oder ob die Enterbung drohe, war es glücklicherweise auch in Ordnung.

Die Reise ließen wir von Katla Travel organisieren, d.h. wir fragten ein Angebot an, sie schickten uns eins und nach einigem Überlegen haben wir gebucht. Von Katla wurde auch die Organisation der Hochzeit übernommen: Wir mußten jeder Geburts- und Abstammungsurkunden zusammentragen. Diese wurden auf dem Standesamt zu einem Ehefähigkeitszeugnis auf internationalem Vordruck zusammengefaßt und von Katla nach Island geschickt. Unsere Aufgabe war es nur noch, am Tage der Hochzeit (oder früher) im zuständigen Standesamt vorbeizuschauen, uns vorzustellen und die Formalitäten zu klären.

Die Reise

Der Flug ging am 4.9. von Berlin nach Keflavik. Dort kamen wir 23.30 ziemlich fertig an, übernahmen den Mietwagen, fuhren nach Reykjavik, gingen ins Hotel und fielen ins Bett. Alles war sehr vertraut, wir waren hier schonmal, hier fühlten wir uns wohl.

Am nächsten Tag schlenderten wir durch Reykjavik und stellten uns mal unserem Fotografen vor, den wir schon von Deutschland aus gebucht hatten und den ich sehr empfehlen kann. Wir tappten noch etwas weiter und dann setzten wir uns in den Polo und fuhren los. Die Reise war eine kombinierte Hotel-Ferienhausreise. Es sollte zunächst an der Südküste entlang bis zum Skaftafell gehen, dann wieder den halben Weg der Strecke zurück bis zum Ferienhaus. Von diesem aus hatten wir halbwegs kurze Wege zum Ort der Trauung und rein nach Reykjavik.

Wir gurkten also zunächst über Land, viel mehr als 90 Sachen darf man nicht, ich traue mich auch nicht mehr. Obwohl Island nicht richtig groß ist ziehen sich die Entfernungen doch ziemlich hin. Wir hielten immer mal an und schauten uns Gegend an, bis wir unser "Hotel" erreichten. Dieses bestand aus nett angestrichenen Baucontainern, denen man das glücklicherweise nicht mehr ansah. Kein Radio, kein Fernsehen, aber ein großes Fenster mit Blick auf den Gletscher. Geht doch! Nachts wurde es tatsächlich dunkel, beim Urlaub im letzten Jahr war die Sommersonne noch da.

Am nächsten Tag ging es zunächst bis zum Jökulsarlon und dann etwas zurück zum Skaftafell. Wir wanderten durch den Nationalpark und sahen uns den Swartifoss an. Abends kam auf allen beiden Sendern (BBC und ein Isländischer) der "European Dance Contest" und unser Zimmermädchen hieß laut Zettel "Tango, Cash". Na klar....

Am Tag vor der Hochzeit machten wir uns mit steigender Nervosität auf ins Ferienhaus. Es war alles sehr holzig, warm und schweflig. Warm, da das Wasser dort aus heißen Quellen gewonnen wird und nix kostet. Da kann man ja heizen wie verrückt. Schweflig, weil das Wasser dort aus heißen Quellen gewonnen wird. Beim Abwaschen, Duschen, Spaghettikochen: Überall kommt einem eine Brühe entgegen, die nach faulen Eiern stinkt. Gewöhnungsbedürftig. Trotzdem kann man sich dran gewöhnen. Wir verbrachten unseren Jungesellenabend mit einem 500teiligen Puzzle, welches die Vermieter freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatten.

Am nächsten Tag war der Tag. Wir fuhren früh zur Standesbeamtin, meldeten uns an und warteten dann auf den Fotografen. Er wollte eine Stunde vor der Hochzeit da sein, um mit uns noch ein paar Fotos zu machen. Wir aßen Pommes, ich war so aufgeregt, ich hatte kaum Hunger. Er kam dann auch, wir fuhren zum Seljalandsfoss und tatsächlich, es schien immer mal die Sonne zwischen den Wolken hervor und es herrschte ein starker Wind. Wir hirschten durch die Gegend, getrieben vom Fotografen, haben Posen gemacht, vorm Wasserfall, vor einfach allem. Zwischendurch gingen wir zurück zum Wasserfall, eine Stunde war rum, die Standesbeamtin war da. Sie war wohl aufgeregter als wir, außerdem hatte sie die Hochzeit wohl für einen Tag später eingeplant. Deswegen hatte sie wohl ihre Mutter mitgebracht, die sie hergefahren hatte und Mutti war noch aufgeregter. Die Trauung an sich dauerte ca. 10 Minuten, wir wollten beide und die zuschauenden Touristen freuten sich mit uns. Danach machten wir noch einige Fotos mit dem Fotografen und danach waren wir verheiratet. So wie wir uns das vorgestellt hatten, ohne großen Tamtam, an einem Ort, der uns gefällt und vor allem: Wir.

Am nächsten Tag mußten wir uns zuächst im Hochzeitsregister von Reykjavik registrieren und danach benötigten wir für diesen Schriebs im "Ministerium für Auswärtiges" noch eine Apostille: Einen Prägestempel, damit Deutschland unsere Hochzeit anerkennt. Wir kamen in das Hochzeitsregisteram rein, "Hello, we want to register, blabla" - "Yes, one Minute"... trabt hinter, kommt mit einer Zeitung zurück "Have you seen this?". Wir sind groß auf der Rückseite des Morgunblaðið, der größten Tageszeitung Islands. "No, we haven't". Unerwartet kommt das nicht, unser Reisebüro hat uns kurz nach der Trauung eine SMS geschrieben, daß am nächsten Tag ein Artikel über Heirat in Island in der Zeitung sein wird. Wir könnten gerne mit Namen genannt werden und es wäre nett, wenn wir ein Foto schicken. Wir haben den Pionierauftrag unserem Fotografen mitgegeben. Mit einer kleinen Notiz auf Seite drei hätten wir gerechnet, daß wir fast die ganze Rückseite kriegen, nicht. Nette Hochzeitszeitung.

Die Formalitäten waren dann problemlos, etwas warten, dann auf das Auswärtige Amt, die Apostille, die zwischen 4h und einem Tag dauern sollte bekamen wir in 15 Minuten. Auch hier lag die Zeitung mit uns rum. Vielleicht hats ja was geholfen.

Dann schauten wir uns noch in Reykjavik um, kauften passenderweise die aktuelle Sigur Ros und sahen uns Perlan an. Am späten Nachmittag gingen wir nochmal zum Fotografen, holten unsere CD mit den Fotos ab, die Schönsten hatte er uns netterweise gleich ausgedruckt, damit wir was zum Angeben hatten. Dann gings zurück ins Ferienhaus.

Die nächsten Tage verbrachten wir tatsächlich mal mit Entspannen. Wir fuhren etwas mit dem Auto rum, sahen uns die Gegend an, waren nochmal bei den Geysiren und ich konnte eines der besten Bücher fertiglesen, die ich seit langer Zeit in den Fingern hatte: Der Schwarze Obelisk von Erich Maria Remarque. Dann haben wir noch das Ferienhaus geputzt, sind zurück nach Deutschland geflogen, haben mit der gesammelten Familie im Auerbachs Keller die Hochzeit nachgefeiert und waren viel zu früh wieder im Alltag, aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. November 2009 um 22:18 Uhr
 

winterpokal

Profile for Skwit

GPSies - Tracks of Schaltfaul