Unterkunftsluxus
Schwierig ist es, für eine Woche Herbsturlaub ein geeignetes Ziel rauszusuchen. Standen zuerst die üblichen spanischen Verdächtigen wie Kanaren, Balearen oder das Festland auf der Liste, so lichtete sich die Zahl der Angebote immer weiter. "Last Minute" kann inzwischen als nicht mehr existent betrachtet werden. Dafür gibt es bei einer Buchung drei Wochen vor dem Antritt der Reise noch "Frühbucherrabatt". Weiterhin gibt es da das Fliegen sowie die Angst, für teures Geld in einem Hotel zu landen, welches einem ganz und gar nicht zusagt.
Nach einigen Recherchen hinsichtlich Nordsee, Ostsee, Ferienhaus usw. stießen wir auf das Retro Design Hotel Langeoog. Nach begeisterndenen Bildern und ausschließlich positiven Kommentaren in diversen Bewertungssammlungen buchten wir noch am selben Tag. Die Nachsaisonpreise ließen auch eine Suite mit Whirlpool zu. Langeoog gabs eigentlich eher nebenbei. Das Hotel stand halt da ;)
Die Anreise
Nach einer fünfstündigen Anreise erreichten wir den Parkplatz Bensersiel und ließen dort gleich 30€ beim freundlichen Parkplatzwärter für eine Woche, Langeoog ist autofrei. Wir spendeten weitere 46€ für die Fähre (zwei Personen, Hin- und Rückfahrt), aßen ein Fischbrötchen und schipperten über die ruhige Nordsee in 40 Minuten hinüber.
Die Insel
Drüben erwartete uns bereits die Inselbahn: Eine der Pioniereisenbahn am Auensee (hihi..) ähnelnde Einrichtung, welche die Touristen mit 25km/h über 3km oder so ins Inselinnere karrt. Dort suchten wir unser Hotel und kamen erstmal an.
Essen gabs Halbpension im "Restaurant Schiffchen", welches 15 Laufminuten entfernt war. Wir brauchten ein Verkehrsmittel
Das Fahrrad
Am nächsten Tag war Sonntag und da infolge der Nachsaison schon einige Läden Ferien machten haben wir die Anmietung auf Montag verschoben. Wir haben aber das Angebot sondiert und es war für mich als einigermaßen Fahrradbegeisterten sehr enttäuschend: Klapperige Damenräder mit verstellten Dreigangschaltungen, Seitenläufer, mies verlegte Elektrik (Masse über den Rahmen -> blink), furchtbare Sättel (ich bin einiges gewohnt, aber dieser Sattel war unter aller Sau), in der Hülle fast festgerostete Bremsbowdenzüge, so daß nur der Rücktritt zu benutzen war, es war zum Heulen :( Und das auf einer Insel, auf der alles mit dem Fahrrad befördert wurde! Abgesehen von einigen Elektroautos, ähnlich den Kofferwagen auf Bahnhöfen.
Es konnte einem die Erkundung der 2x12km langen Insel wirklich versauen. Aber ich habe auch bei den Einheimischen kein besseres Equipment gesehen. Über billigste Baumarktmountainbikes oder hier und da eine ungepflegte Gazelle kam es nicht raus. Ein bißchen habe ich die Vermutung, es soll ja nicht zu schnell gefahren werden. Mit diesen Kisten war wirklich kein Tempo zu erreichen, deswegen wohl auch der Seitenläufer. Und wer traut sich schon über 20 Sachen wenn er kaum bremsen kann?
Rest des Urlaubs ;)
Die Sehenswürdigkeiten von Langeoog mußte man sich schon genau einteilen, damit sie nicht eher zuende waren als der Urlaub. Als da wären:
- Melkhörndüne: 21,3m hoher höchster Punkt von Langeoog.
- Ostende: Ost Ende der Insel. Zusammen mit der Meierei (Mampf!) zu besichtigen. Wir haben eine Wanderung um den einsamen, vernebelten Strand gemacht. Das war sehr schön, auch wenn wir keine der dort wohl häufig auftretenden Robben gesehen haben.
- Strandspaziergang: Immer wieder schön
- Naturpfad: Zwei Naturpfade führen den Naturfreund durch den Matsch und zeigen auf Papptafeln Flora und Fauna. Man muß halt nehmen was man kriegt.
- Drachen steigen: Am besten mitnehmen. Obwohl man dort auch einen kaufen kann.
- Erlebnisbad: Ist im Kurbeitrag (1,80€/Tag) für 90 Minuten enthalten. Ein großes Becken und ein kleineres, Wärmeres. War man erstmal im warmen Becken will man nicht mehr in das große zurück.
- Zimmer, Whirlpool, dazu "Get Smart" auf Premiere auf dem TFT gucken. Ein immer wieder gerne genommener Anlaufpunkt
Das wars eigentlich. Wenn man jeden Radausflug als Event hochstilisiert, kommt man über die Tage. Am Ende fand ich es eigentlich sehr schön. Klein, familiär, eine überschaubare Welt. Wetter war größtenteils grau und neblig, aber es hat nicht geregnet. Highlight war für mich das Frühstück im Hotel, ich mag sowas.
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